Anarchy of Sound Records
DIY-Label since 2014






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Vorsicht Stufe - Oi!Mania



OX-Fanzine

Saufen, Fußball und Schlägereien – das ist die „Oi!Mania“. Natürlich etwas überspitzt dargestellt, aber genau diese drei Themen wechseln sich in den Songs der West-Berliner VORSICHT STUFE ständig ab. Etwas sehr einseitig, wie ich finde.
Entsprechend einfach ist auch der Sound. Es muss kein Nachteil sein, eine Platte im Proberaum aufgenommen zu haben, einige Titel besitzen durchaus den Proberaum-Charme, aber leider schwankt die Qualität so sehr, dass man manchmal die Skip-Taste nicht früh genug drücken kann.
Was vielleicht auch an der Menge der enthaltenen 17 Titel liegt. Hier hätte man die eine oder andere Nullnummer ruhig weglassen können. Leider weit weg von etwaigen Szenengrößen und auch nicht wirklich vergleichbar.
Da kann auch das Cover „P-Pank“ von WTZ nichts retten. Nur empfehlenswert, wenn man auf Krach steht und mit den oben genannten Dingen keine Probleme hat.

Januar 2017 By Sven Grumbach



Schafe Schüsse

"DIY & Ficken Oi!" heißt es O-tönend im Booklet. "Saufen, Ficken, OI!"? - ist das nicht etwas zu sehr von Vorgestern? Schwierig, schwierig... Vorsicht Stufe tragen es aber mit futschidurchtränktem Humor und bekennen sich (ähnlich wie Diva Kollektiv) zum eher nicht so bekannten Fußballverein Tennis Borussia Berlin. Vielleicht entsteht ja hierbei sogar so etwas wie der kleine Bruder/Schwester vom FC St. Pauli? Berlin ist groß genug für mehrere Clubs.

Doch zurück zu Vorsicht Stufe, die hier vielleicht sogar vom Bandnamen her eine Band auf die Rolle nehmen, die eine Stufe zu weit nacht rechts gegangen ist und dort in ihrer Dummheit hocken geblieben ist.

Vorsicht Stufe selbst setzen auf "Sex, Hugs & Rock 'N' Roll" und sehen sich im Oi und Punk der '80er Jahre verortet, was sie seit April 2.012 aktiv als Band umzusetzen versuchen. Die Dame am Mikro kennt man von diversen Punkkonzerten in Berlin bei denen man sie nicht selten in der ersten Reihe das Bier schwingend mitgröhlte. Der Rest der Kombo ist mir allerdings (auch vom Sehen) völlig unbekannt.

Eines sei vor dem Finalgang noch angemerkt, ohne die Band dissen zu wollen - der Hörer sollte keine tiefenphilosophischen Texte erwarten. Wer aber auf dreckigen "Party"-Oi alias Pöbel & Gesocks steht, sollte hier mal einchecken.

Bereits der Opener "Vorsicht Stufe" (Track 1) bringt das schlagende Argument - den ProberaumPunkSound der '80er im Gepäck, zwinkert man auch die einfachen Texte zunächst einmal wohlwollend weg. Querverweise zu den frühen Onkelz gibt es genauso wie die Absage an die, die den Sinn der Oi-Bewegung falsch ausgelegt/verstanden haben. "Skins und Punks" (Track 2) bringt sogar kleine Ska-Ansätze ein, zwar auf recht einfache Weise, dafür aber locker und nicht zu sauber gespielt. Sicher, es mutet leicht schräg auf den ersten Hör an und die Texte hat man in den eigenen Anfangsjahren von diversen Bands mit ähnlich solidem Wortlaut gehört - "Tod in der Eckkneipe" (Track 3), aber genau das machte es früher eben auch aus. Ob sich dieses alte Rezept auch heutzutage noch gegen tausende andere Bands durchsetzen kann, wird sich zeigen.

Dem folgenden "Ein Leben lang" (Track 4) und dem "Fußball, Ficken, Alkohol" Getöhle kann ich persönlich nichts abgewinnen. Wenn es "Nicht-Anspieltips" gäbe, wäre dieser Song definitiv dabei. Der Schleim-Keim-nahe Sound ist das große Plus dieser Combo, die diese Scheibe übrigens in ihrem Proberaum aufgenommen hat, dafür aber eben genau diesen '80er Sound innehat. Da überrascht eine Art Ballade wie "Tag & Nacht" (Track 5; Anspieltip I) regelrecht. Ich staune dass Sängerin Katja stellenweise besser singt als ich es von diversen Konzerten manchmal in der ersten Reihe von ihr hörte, so wie es bei "Bei TeBe" (Track 6) im ersten Satz angedeutet wird.

Mit "Wixen statt beten" (Track 7) mischt sich ein Kassierer-Assel-Absturz-in-den-Keller-Gemisch. Der nächste Nicht-Anspieltip. Dann lieber nur süffig - "Futschi fetzt" (Track 8). Vielleicht bin ich auch einfach nur viel zu nüchtern für Vorsicht Stufe? Vermutlich beschreibt man beim Albumtitelstück "Oi!Mania" (Track 9) die Geschichte der Bandgründung und seine etwas eigensinnige Sicht auf den eigenen Way Of Life in Sachen Oi Movement. Mir persönlich klingt das Stück etwas zu lieblos runtergedaddelt. Kann man schon machen, ist dann halt nur kontraproduktiv. Nun ja... auch "(K)ein Bier vor Vier" (Track 10) macht es nicht besser, zumal man hier schon recht offen zu Normahl geschielt hat. "Saufen, Fußball..." ist das wirklich der einzige Lebensinhalt? Man hat angehörs der Texte immer mehr/wieder das Gefühl eine Schülerband zu hören. -"Festivalliebe" (Track 11)- Musikalisch, wie auch textlich wird das allenfalls für den Dauerstatus einer Partyband reichen, bei der alle vorglühen, so dass es egal ist wer spielt.

"Wir" (Track 12) macht den Westen Berlins dann auch nur noch einsamer. Teils merkt man hier und da die unterschiedlichen Aufnahmeetappen, die sich im Sound niederschlugen. Zumindest tönt es soundmäßig so wenigstens etwas satter - "Besoffen sein" (Track 13; Anspieltip I). Ein kleiner Trost. Vergesst "Wir fahr'n in den Puff nach Barcelona" - "Nuttenparty" (Track 14) versucht mit "Heute geb' ich mir den Rest bei der Nuttenparty in Budapest" noch tiefer zu stapeln. Angesoffen mag das vielleicht witzig sein, nüchtern gehört, gräbt sich selbst das Niveau flüchtend durch den Kellerboden. Schade, denn bei dem Sound hätte man mit etwas kritischeren Themen wie es zumindest "1. Mai" (Track 15) so einen kleinen, halben Schritt in diese Richtung hergibt, mehr reißen können.

Songs wie "Vorhautpolka" (Track 16) hätte man sich genauso wie "Pennerpunk" (Track 17) man sich sparen können. Über "Vorhautpolka" kann man ja vielleicht noch lachend verhandeln (Das Kopfkino kriegt man aber trotzdem nicht weg! Macht den Film aus bitte!), aber "Pennerpunk" geht mir persönlich eindeutig zu weit.

Alles in allem ein Album, das soundmäßig (wie bereits erwähnt) an Schleim-Keim erinnert, textlich aber mehr als unterirdisch belanglos, flachgeistig verstrahlt vor sich hindümpelt. Daher sind die wenigen Punkte allein dem rein instrumentalen Sound (inkl. Rotzgesang) zu verdanken. Wie viel von Vorsicht Stufe dann am Ende tatsächlich mit Oi! als Way Of Life zutun hat/ist, bleibt eine offene Frage.

27 Januar 2017 By Danny B



Voice Of Culture

Als ich die CD in den Händen hielt, ahnte ich schlimmes und sagen wir mal so, es wurde nun ja...noch schlimmer. Vorsicht Stufe, spielten 2013 oder 2014 zu einem Gründonnerstag Konzert mal im Frankfurter Backdoor, das war damals u.a. mit der Frankfurter Band "Betrunken uns". Schon damals war es unglaublich schlecht was die Berliner da ablieferten. Vom Böhse Onkelz Cover bis hin zur selbst Kasteiung des eigenen Bandnamen war alles dabei. Nun bring das Berliner-Quartett um Sängerin Katja hier 17 Songs heraus und bringen wir es mal gleich auf den Punkt, wer es Primitiv mag dem sei das Teil ans Herz gelegt. Das ganze ist sehr einfältig, zeugt von ausgedehnten Alkoholkonsum bei Tag und Nacht und erinnert an gruseligen Proberaum Punk aus den 80'gern.

Dezember 2016 By Jan



Ugly Punk

Political Correctness ist ja schon seit einiger Zeit auch in der Punkszene ziemlich in. VORSICHT STUFE scheren sich einen feuchten Dreck darum um präsentieren Ihren rumpeligen Oi!-Punk mit all dem, was den pc-Menschen auf die Palme bringen könnte.
Aufgenommen wurde das Album im Proberaum, was man dem Sound auch deutlich anhört. Schraddelig, kratzig und alles andere als perfekt, dafür aber authentisch und sympathisch. Somit setzt man einen Gegenpol zu den immer ausgefeilteren Soundkonstrukten moderner Punkbands. Da fühlt man sich doch direkt in die früheren 80er-Jahre zurückversetzt. Dass die Instrumente nicht gerade filigran bedient und der meist weibliche Gesang auch nicht jeden Ton trifft ist da nur Konsequent. Das textliche Niveau dabei gegen null. Abgegrast werden alle Skinhead-typischen Themen: Ficken, Saufen, Party, Oi! und Fußball. Liedtitel wie "Wixen statt beten", "Nuttenparty", "Besoffen sein" oder "Vorhautpolka" sprechen hier für sich. Zu Gute halten muss man den Berlinern, dass hier immer auch ein wenig Selbstironie mitschwingt. Ernst nehmen kann und sollte man das nämlich sowieso nicht. Hier wird die Klischeekiste ganz weit aufgezogen und folgerichtig findet sich dann auch noch eine Coverversion von WTZ auf der CD. Ob die Intention allerdings eine ähnliche ist, nur eben auf Oi!-Punk gepolt, lässt sich dabei schwer sagen. Mir persönlich isses großteils halt doch ein wenig zu platt.
Vom Sound her eine schön räudige Kellerscheibe, der man auch den Spaß der Protagonisten an der Sache anhört. Textlich bin ich dem aber größtenteils entwachsen, hat das Ganze doch einen recht hohen Asi- und Krawall-Faktor, der sicher Geschmackssache ist. Humorbefreite Dogmatiker sollten jedenfalls einen großen Bogen um diese Scheibe machen.

21 Dezember 2016 By Mirko



Crazy United

Manche Veröffentlichungen hinterlassen Spuren im Leben eines Rezensenten. Alle paar Jahre flattert einem irgendwas auf den Tisch, wo einem spontan einfach mal der Mund offen stehen bleibt ob des schon grotesk erscheinenden Unvermögens aller Beteiligten und des Unglaubens, daß hier Strom, Geld und Energie investiert wurde, um der Welt nichts weiter als Arschkrebs zu bereiten. Ich höre hier jetzt schon das Raunen in der Menge ( Wie kann er sowas sagen, das ist doch total authentisch, oldschool, DIY, nah an der Strasse, lustig und überhaupt total dufte) aber wisst ihr was? Das is mir Scheissegal. Das ist so unglaublich schlecht, musikalisch, inhaltlich und so extrem entnervend, daß ich es persönlich nehme. Mit Songs wie "Vorhautpolka" (...und , liebe Katja; ich wünsche Dir an dieser Stelle noch viele solcher Erfahrungen) oder "wixen statt beten" versucht man hier sich inhaltlich den Kassierern anzunähern, wobei selbst das in meinen Augen ist als ob man Rosen mit Blumenkohl vergleicht. Ich sehe die ganzen Vollhonks mit Alpha Industries Klamotten und vollgepissten Jogginghosen in der ersten Reihe eines jeden Konzerts und tatsächlich habt ihr euch auch genau so ein Publikum verdient, liebe Vorsicht Stufe Crew...denn das ist eure Zielgruppe...Selten, daß mich Musik jenseits von Andrea Berg so auf die Palme bringt aber hier ist der Bogen einfach überspannt, selbst wenn wir noch 86 hätten...Das ist nicht lustig, das ist einfach nur rufschädigend und scheissescheissescheisse... Für einige arme Tröpfe ist das Punkrock, für andere vielleicht Realsatiere am Ende ist es auf jeden Fall Fremdschämen und auch ein wenig traurig, daß sich offensichtlich mit jedem Scheiss ein paar Kröten machen lassen...durchgefallen...6...und wenn ich könnte, würd ich euch ne 7 geben...bleibt in Berlin

19 November 2016 By Kai



bierschinken.net

Verriss! Verriss! Endlich mal wieder ein Verriss!
Was will man auch sonst erwarten, wenn die Band ihr Album schon "Oi!Mania" nennt und die Songs Titel tragen wie "Wixen Statt Beten" oder "Vorhautpolka". Das Berliner-Quartett um Sängerin Katja bringt hier 17 Songs heraus für die das Attribut "rotzig" wohl noch eine Beschönigung sondergleichen wäre. Nach dem ersten Reinhören überrascht mich weder, dass das Album live im Proberaum aufgenommen wurde, noch, dass sich die Band beim Sauf-Stammtisch gegründet hat. Ganz schwer verdauliche Rohkost! Jedem, der nicht absoluter Bärchen und die Milchbubis Fan ist und seine Vormittage nicht mit einer Palette Dosenbier vor Frauentausch verbringt, sei diese Band dringendst abgeraten.

Fazit: Songs, bei denen man Ende der 80er eigentlich schon hätte belächelt werden müssen, scheinen irgendwie 2016 immer noch zu gehen.

Anspieltipps: Hab ich keine, aber ein gut gemeinter Tipp wäre sämtliche Exemplare des Albums schnellstmöglich zu entsorgen.

November 2016 By Zwen



Underdog Fanzine

Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist. Die OI!Mania Drinking Crew lädt ein und hat mit Till und Katja ein Sprachrohr erkoren, das authentische Einblicke ihrer Skinheadkultur bietet, die gekennzeichnet ist von Fußball, Alkohol, Schlägereien zum Zeitvertreib und Working Class. Eine Milieustudie mit asseligem Unterhaltungswert!

Die immer wiederkehrenden Themen behandeln das (Ab)Feiern von Wochenend-Parties, Rumhängen in versifften Kneipen und Randale machen. Volle Gläser, volle Ränge. Hauptsache, die Stimmung ist gut und wird noch besser. Die rumpelige, simple Flaschengeist-Melodie versprüht den Charme des authentischen 80er Jahre Proberaum-OI!-Punk mit einer kompromisslosen überzeugenden Gossen-Poesie. Die StammtischfreundInnen üben nicht viel, trinken dafür umso mehr und lassen ihre animalischen primitiven Triebe freien Lauf. Immer und überall zu allem bereit. Der Soundtrack der Feierabendkultur ist geschwängert mit extrem dilettantischer Musik, die aber aus diesem Grunde so integer ist und den Liebesbrief zwischen Cola Korn und Futschi so herzergreifend romantisch vorträgt. Die Reimverse sitzen so sicher wie der Gang nach der 10. bestellten Runde Bier/Korn. Alkohol wärmt das Herz und löst die Zunge und bewirkt einen übermütigen Mut und gewaltaffines Risikoverhalten, das dir bei einem falschen Wort die Fresse oder die dreckigen Gläser poliert. O!Mania ist roher, simpler OI!Punk in Reinkultur, angereichert mit frechen, offensiven Verbalrundumschlägen und trinkfesten Inhalten, die angesichts des einfältigen Freizeitprogramms erstaunliches zutage fördert. Denn am Ende ist es die Freundschaft, die zählt. Schnief, das ist ja schon beinahe so romantisch und sentimental wie der ästhetische Lebensentwurf aus dem absoluten Mentalitätsprogramm!

20. Oktober 2016



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