Anarchy of Sound Records
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Lucky Punch - Mit Gottes Segen schlagen wir auf des Teufels Pauke einen unterirdischen Cha-Cha-Cha.



Ugly Punk

Ziemlich langen Titel haben sich LUCKY PUNCH da ja für ihr neues, das bereits zweite Album, ausgesucht. Passt aber ganz gut, denn für Feingeister ist das Liedgut der Band sicherlich nichts. Darüber ist sich der Hersteller jedoch bewusst und stellt auch klar, dass es sich hier natürlich um Satire handele, bei der "traumatische Erlebnisse mit Alkohol und dem weiblichen Geschlecht" verarbeitet wurden. So kann man's natürlich auch sagen.

Zu hören gibt es jedenfalls bodenständigen, kraftvollen und direkten Oi-Punk, der auch das ein oder andere Gitarrensolo bereithält. Geht gut nach vorne ab und knallt auf musikalischer Ebene schon ziemlich gut rein. Natürlich nichts, was man nicht schon mal gehört hätte, dafür handwerklich einwandfrei, eingängig und für gepflegten Rüpelpogo prädestiniert. Alles im grünen Bereich also. Über die Texte kann man sich natürlich streiten. Vor allem, wenn man einen politischen oder gesellschaftskritischen Anspruch pflegt. Political correctness wird hier nämlich mit Füßen getreten. Vorrangig geht's ganz schamlos um Suff & Sex, Bier und Pornos. Ernst zu nehmen ist das alles natürlich nicht und hat auch immer ein klitzekleines Augenzwinkern mit dabei. Dennoch ist es sicherlich nicht schwer, den Texten Sexismus, Machismus und pubertäre Primitivität vorzuwerfen. Denn die Texte bedienen doch ausschließlich niedrigste Instinkte. Wer an so was Spaß hat wird darum auch sicherlich nicht enttäuscht. Bei anderen könnte dieser Aspekt aber doch eine Abneigung gegen die Band hervorrufen. Jedermanns und vor allem -fraus Humor ist dieser Fäkal-Porno-Suff-Proll-Rock sicherlich nicht.

Musikalisch auf jeden Fall ein starkes Album mit vielen hitverdächtigen, energiegeladenen Oi-Punk-Songs. Was die Texte anbelangt kann man hier allerdings nur - und das bedenkenlos - die Selbsteinschätzung der Band übernehmen: "Wir sind scheiße und haben Komplexe, darum diese primitiven Texte".

27 April 2017 By Mirko



Underdog Fanzine

Die Berliner Kindl haben Komplexe und gehen ihren primitiven niederen Instinkten und Bedürfnisse nach, folgen ihren Triebhandlungen, indem sie HC Pornos gucken, saufen und ihre Finger in alle möglichen Körperöffnungen stecken.

Die zweckmäßige Wirksamkeit dieser Mechanismen kann aber nur als ein Produkt genereller psychophysischer Entwicklung betrachtet werden. Hierfür spricht auch die Tatsache, dass die Instinkte nicht bloß mannigfache individuelle Abänderungen, sondern eine gewisse Vervollkommnung durch individuelle Übung zulassen. So übt das prollige Gesocks von LUCKY PUNCH tagtägliche gewöhnliche und abnorme Gewohnheiten, die den Asi-Faktor auf einen größtmöglichen Faktor anheben. Liebe, Triebe, Pillemann. In der Anatomie der menschlichen Destruktivität produzieren LUCKY PUNCH Eckkneipen-Stammtisch-Gegröle und Straßenköter-Rock and Roll auf Blitz-Illu-Niveau und einem Spannungsfeld aus Schmuddelimage und Trivialisierung. Ein Schelm, der Satire vermutet. Ein Punk, der überschäumende Stimmungshits erwartet. Zu schön, um wahr zu sein.

30 März 2017



Schafe Schüsse

Es gibt Bands, Genre und Umschreibungen, die es manchmal etwas... sagen wir mal "schwierig" machen sich darauf (ohne inwendig anhaftende Vorurteile) einzulassen. Im Fall von Lucky Punch sind es Umschreibungen wie "Kneipencore, Langer Hoden (*in der offiziellen Websiteadresse verwendet), Kneipencore Prolls...", die direkt an "Saufen-Ficken-Oi-Stumpfsinn" denken lassen. Infosheetdetails wie: "In den Songs werden auf besondere Art und Weise traumatische Erlebnisse mit Alkohol und dem weiblichen Geschlecht in vollendeter Mitgröhlmanier verarbeitet... Dieses Album ist definitiv nichts für Benjamin Blümchen Hörer, Spießer und zarte Seelen." - Klingt nach Ansage, klingt allerdings auch nach jeder Menge Fragen. Als Einflüsse nennen die "Speckgürtelträger" Bands wie Eisenpimmel, Pöbel & Gesocks, Kassierer, Lokalmatadore, Gummizofen. Man kredenze einen "Sound-Satire-Cocktail".

Wie gesagt, einfach ist anders, dennoch versuchte ich es entspannt(er) anzugehen. Gegründet haben sich Lucky Punch 2.009 bereits und schicken mit diesem Album offenbar das zweite Album ins Rund. Allein der Albumtitel "Mit Gottes Segen schlagen wir auf des Teufels Pauke einen unterirdischen Cha-Cha-Cha" zockt in diesem Jahr um den längsten Albumtitel mit. So lang der Albumtitel ist, umso kürzer ist der Albumöffner "Arrrr" (Track 1) mit 1:30 Minute Länge, der erstaunlich gut ins Ohr geht und mich an so manche Punkband aus DDR Zeiten erinnert, zumindest von Eule's Stimme her. Der an J.B.O. oder auch Rotz & Wasser erinnernde Eigenhumor, der hier zunächst mit Rockkante und Punk Rockanteilen vermengt sich selbst auf die Schippe nimmt -"Dreck und Scheisse" (Track 2; Anspieltip I)-, weiß unerwartet flüssig aufzulockern. Mit Core hat das Ganze allerdings nichts zutun, aber für "Suff-Mitgröhl-Mucke" geht es erstaunlich gut produziert rein. Was "Dreck und Scheisse" noch auf witzige Weise zockte, geht niveaumäßig mit "Ich will an deine Scheide" (Track 3) ins stumpfsinnig Pubertäre über. Songs dieser Art fand man früher in der frühen Jugend nach dem ersten feuchten Traumerlebnis vielleicht mal witzig, heutzutage kann ich persönlich solchen Songs jedoch nicht mehr viel abgewinnen.

"Hardcore Pornos" (Track 4) kanm man mit etwas Kassierer-Tributgeist gerade so noch durchgrinsen lassen. Musikalisch muss man zugeben, dass Lucky Punch mehr könn(t)en. Dennoch frage ich mich ernsthaft, ob die Leute nüchtern auf sowas abgehen? "Klabusterbärchen" (Track 5) stapelt wieder tiefer und lässt Bilder aufkommen, die keine/-r haben will, weshalb ich mir dieses Stück auch kein einziges Mal komplett geben konnte. Selbst klischeetreue Baumschulenschüler/-innen bekämen clevere, geistreichere Liedtexte zusammen. Ich muss mich immer wieder grundversichern, dass ich das rausgepresste Prollwerk hier tatsächlich höre, denn was man mit "Die Geschichte des Sex" (Track 6) anbietet, könnten vermutlich nicht mal die Klamaukbarden von A.O.K. sinnleerer servieren. Ist das wirklich noch "Satire"???

Da ist ein Stück wie "Kindl" (Track 7) schon so etwas wie ein "Highlight", wenn auch musikalisch eher einfach gestrickt. Dass diese Jungs aus dem Speckgürtel Berlins kommen, merkt man an ihrer Bierwahl und ihrem Humor. ;-) Die nächsten zwei Stücke erspare ich mir nach dem ersten Hörgang des kompletten Albums - "Popel hier, Popel da" (Track 8), "I Love Vagina" (Track 9). Nicht einmal musikalisch machen Lucky Punch es schwer diesen geistigen Dünnschiss zu überspringen. Dann noch am Ehesten "Keine Hose, kein Problem" (Track 10), das mich an den "hosenlosen Widerstand" von Die Dorks erinnert.

Lucky Punch fordern mir mit dieser Review wirklich 'ne Menge ab, einfach, weil mein Humor heutzutage nur seltenst mal die Kellerluke zu diesem Level aufmacht. Was Lucky Punch spielend schaffen, ist die hörbare Tatsache wirklich ekelhafte Bilder wachzurufen und damit dementsprechend zu polarisieren - "Prostata" (Track 11), "Ich liebe mich" (Track 12). Der reguläre Albumschließer "Ohne Bier, ohne mir! - feat. Tutte (Scorbut)" (Track 12) bringt es mit dem Satz "Assis wie wir sind im Leben ganz weit vorn" auf den ironischen Punkt. Thematisch nicht neu, auf diesem Album aber eines der Stücke, bei denen man zumindest ohne eklige Bilder im Kopf auskommt. Der Bonustrack bringt es per Sample leider sehr wahr auf den Punkt.

Nach anfänglichem Aufflackern von so etwas wie Hoffnung (noch beim Erstdurchlauf) wird man, sofern man nicht auf Assi-Proll-Oi steht, in einen Wald aus purem Stumpfsinn entführt, den man wahrscheinlich auch nur highlevel-besoffen ertragen kann? Das war nicht mal ein Schuss in den Ofen. Das Niveau sucht sich auf diesem Album immer noch. Wenigstens können Lucky Punch ihre Instrumente spielen, wofür es dann letztlich auch die überschaubaren Punkte gab. Der klägliche Textrest ist kompletter Müll. Dieses Album "verarbeitet" ehrlich gesagt so gar nichts, der/die Hörer/-in hat eher nach dem Hören eine Menge zu verarbeiten, sofern man sich dieses Album überhaupt komplett gibt? Das Ganze grenzt an niveauloser Körperverletzung. Wahrlich ein "unterirdisches" Album. Ich gebe mir jetzt direkt im Anschluß 'ne ordentliche Ladung Grindcore, um wenigstens etwas bessere Laune zu kriegen.

17 März 2017 By Danny B



Crazy United

Der Albumtitel klingt ja noch ganz originell, aber das war's dann leider auch schon. LUCKY PUNCH sind einfach so peinlich, dass ich gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll. Ich hatte sie letztes Jahr auf dem "Punk & Disorderly" Festival gesehen und damals war schon fremdschämen angesagt. Es gibt einfach einen Unterschied zwischen "lustig-prollig" (LOKALMATADORE) und "peinlich-prollig" (LUCKY PUNCH). Auch wenn sie versucht haben witzig zu sein, sie sind kläglich gescheitert. Wenn die Jungs "ich leide" auf – ihr erratet es nie – "Scheide" reimen, dann fällt mir dazu auch nix mehr ein. Außerdem gibt es auf diesem – gefühlt viel zu langen – Longplayer noch geistige Ergüsse wie "Klabusterbärchen", "I Love Vagina", "Prostata" oder auch "Hardcore Pornos". Ein Lied über Popel muss doch nun auch echt nicht sein, es sein denn es ist von Gerhard Schöne, dann fetzt es voll ein: https://www.youtube.com/watch?v=atbp49SDHdg. Die Musik kann man getrost als Prollrock bezeichnen, der wenig spannend um die Ecke kommt. Die Stimme von Eule passt sich perfekt ein, denn als Gesang kann man das eher nicht bezeichnen. Ihr merkt schon, es hat mir echt Schmerzen bereitet, diese Platte anzuhören. Dabei will ich es auch belassen. "Wir sind scheiße und haben Komplexe, deshalb diese primitiven Texte." Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Note: 5

16 März 2017 By East Side Daniel



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